CSG am Bodensee Brachenreuthe Startseite

Orientierungspraktikum • Vorpraktikum für Erzieher • Hochschul-Blockpraktikum (Heilpädagogik, Sozialpädagogik, Waldorfpädagogik) • Anerkennungsjahr • FSJ / FÖJ und BFD national / international

Brachenreuthe gehört zu der von Karl König in Schottland gegründeten Camphill-Bewegung. Der Name ‚Camphill’ bezieht sich auf das schottische Anwesen Camphill-House, wo der Wiener Arzt Karl König zusammen mit einer Gruppe Emigranten eine Lebensgemeinschaft für und mit behinderten Kindern begründete. Seine Intention bestand in der Suche nach einer Lebensform, die dem seelenpflegebedürftigen Menschen die ihm notwendigen Hilfen zur Verfügung stellt und in der er sich als Person — gerade auch jenseits seiner Behinderung — verwirklichen kann.

Brachenreuthe ist als therapeutische Gemeinschaft der Idee der anthroposophischen Heilpädagogik verbunden. Pädagogisches, heilpädagogisches und sozialtherapeutisches Handeln beruhen auf dem Verständnis des Menschenwesens als Einheit von Leib, Seele und Geist. Werte wie Menschlichkeit, Würde und Respekt gründen in einem anthroposophisch vertieften humanistischen Streben. In jedem Menschen wird seine Einzigartigkeit und Entwicklungsfähigkeit gesehen, unabhängig von den Erschwernissen oder Behinderungen, die zu seinem Leben gehören.

Dieses versuchen wir im gemeinschaftlichen Leben umzusetzen, in dem wir mit den Kindern und Jugendlichen nicht nur arbeiten, sondern in dem ein Teil der Mitarbeiter mit ihnen in einem familienähnlichen Zusammenhang lebt.

Die dorfähnliche Anlage von Brachenreuthe besteht aus neun Wohnhäusern, Schulräumen, Therapie- und Gemeinschaftsgebäuden in einem parkartigen Garten, an die landwirtschaftliche Nutzflächen mit Hof- und Wirtschaftsgebäuden angrenzen. Das gesamte Gelände ist zum Norden hin von Wald umgeben.

Zielgruppe

Ein Schwerpunkt der Arbeit bildet die Förderung von Kindern mit autistischen Verhaltensweisen. 75 Kinder und Jugendliche mit Assistenzbedarf im Alter von derzeit fünf bis zwanzig Jahren leben in neun Hausgemeinschaften. Die Altersstruktur sieht wie folgt aus:
25 Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren
30 Kinder/Jugendliche im Alter von elf bis fünfzehn Jahren
20 Jugendliche im Alter von sechzehn bis achtzehn Jahren

Daneben finden Kinder und Jugendliche mit den unterschiedlichsten heilpädagogischen und psychiatrischen Diagnosen Aufnahme in Brachenreuthe. Dazu gehören:

  • Kinder und Jugendliche mit Epilepsie
  • Jugendliche mit herausfordernden Verhaltensweisen
  • Kinder und Jugendliche mit Bindungsstörungen
  • Kinder und Jugendliche mit verschiedenen Formen von Entwicklungs- und Förderbedarf

Alle Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichem Assistenz- und Hilfebedarf werden vormittags und an drei Nachmittagen in Brachenreuthe beschult, sie besuchen die Schule oder die Werkstufe. Dazu kommen derzeit sechs Tagesschüler aus der Umgebung.

Des Weiteren besteht in einem der Häuser seit einigen Jahren ein Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten, wie aggressiven und/oder selbstverletzenden Verhaltensweisen, nur bedingt gruppenfähig sind und eine besondere professionelle Begleitung sowie eine reizreduzierte Umgebung benötigen.

Bis auf wenige Ausnahmen wird in jeder Hausgemeinschaft gekocht (auf Wunsch auch vegetarisch) und gemeinsam gegessen. Das Mittagessen bereitet eine Köchin zu, das Frühstück und Abendbrot richten die Mitarbeiter mit den Kindern selber.

 

Leitbild

Beim Kind leiten uns die Fragen „Wer bist Du? Woher kommst Du? Wohin willst Du und wie kann ich dich auf diesem Weg begleiten?”

Die Frage nach der therapeutischen Ausrichtung lautet, welche Art von Betreuung und Begleitung müssen wir anbieten, um den Kindern und Jugendlichen, die zu uns kommen, gerecht zu werden?

 

Mitarbeiter

Insgesamt arbeiten derzeit 130 Menschen, von denen etwa 50 vor Ort leben, in den verschiedensten Funktionen in der Schulgemeinschaft:

in den Hausgemeinschaften als Hausverantwortliche (Heilpädagogen, Heilerzieher, Erzieher), als Praktikanten und Auszubildende der Heilerziehungspflege des Camphill Seminars am Bodensee,

im Schulbereich (Lehrer und Therapeuten),

im Funktionsbereich (Küche, Raumpflege, Wäsche),

im Verwaltungsbereich (Buchhaltung, Personal, Schulsekretariat),

in der Hausmeisterei, der Parkpflege und der Landwirtschaft

 

Internationalität

Brachenreuthe versteht sich als eine internationale Gemeinschaft, in der Menschen aus aller Welt für eine kürzere oder längere Zeit gemeinsam mit uns leben und arbeiten. Gerade dadurch können in der Begegnung mit dem Kind kulturelle Schranken überwunden werden. Das Kind steht im Zentrum unserer Bemühung und schafft besondere Bedingungen für das Zusammenwirken der Kulturen.

Neben den deutschen Mitarbeitern sind im Moment Menschen aus vielen weiteren Nationen bei uns zu Gast.

 

Freunde der Erziehungskunst

Über die Freunde der Erziehungskunst in Berlin (NGO) freiwilligendienste@freunde-waldorf.de besteht nun auch für Menschen außerhalb der europäischen Union die Möglichkeit, ein einjähriges Praktikum in Brachenreuthe zu absolvieren.

 

EOS Erlebnispädagogik

Über EOS Erlebnispädagogik www.eos-fsj.de in Freiburg besteht ab sofort wieder die Möglichkeit, ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr in Brachenreuthe abzuleisten.

Die Arbeit und das Leben in Brachenreuthe sind intensiv, interessant und abwechslungsreich.

 

Es kann

  • eine Alternative zu einem „Au pair-Jahr” sein,
  • als Vorpraktikum für ein Studium oder eine Ausbildung dienen,
  • der eigenen Berufsfindung helfen,
  • den Einstieg in die anthroposophische Heilpädagogik bedeuten,
  • dem kulturellen Austausch dienen.

Religiöses Leben

Wir verstehen uns als eine überkonfessionelle Einrichtung. Die Kinder besuchen - wie an anderen Schulen auch - den Religionsunterricht und nehmen sonntags an einer religiös gestalteten Sonntagsfeier teil. Die Mahlzeiten werden mit einem Gebet begonnen, ebenso wird beim Zubettgehen der Kinder ein Abendgebet gesprochen. Wir feiern die christlichen Jahresfeste wie Weihnachten, Ostern, Johanni und Michaeli. Während dieser Zeit ist der überwiegende Teil der Kinder und Mitarbeiter in Brachenreuthe anwesend.

 

Kultur

Das kulturelle Angebot ist vielfältig und umfasst sowohl interne wie öffentliche Veranstaltungen. Die Stadt Überlingen hat das ganze Jahr über ein vielfältiges und interessantes Kulturprogramm im Angebot. www.ueberlingen.de

Brachenreuthe bietet allen Mitarbeitern, Kindern, Jugendlichen und Gästen mit eigenen Fahrzeugen einen regelmäßigen Hol- und Bringdienst nach Überlingen und zurück!

Bringen Sie Ihr Musikinstrument doch mit! Es gibt immer wieder Anlässe, zu denen wir den Kindern etwas vorspielen und mit ihnen musizieren. Sie haben auch die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen Mitarbeitern oder Praktikanten zu musizieren.

Auch sportlich können Sie rund um den Bodensee und seine ländliche Umgebung aktiv sein, wie z.B. beim Schwimmen, Segeln, Laufen und Fahrrad fahren.

 

Berufswahl

Die Erlebnisse mit den Kindern helfen vielen Praktikanten, die schwierige Frage der Berufswahl zu beantworten. Manche entscheiden sich nach dem Praktikumsbeginn, unsere dreijährige berufsbegleitende Ausbildung zum/r staatlich anerkannten Heilerzieher/in zu absolvieren. www.camphill-ausbildungen.org

 

Ihre Aufgabe

als Praktikant/in ist es, bei der Betreuung der Kinder mitzuhelfen, aber auch praktische Aufgaben im Haushalt zu übernehmen. Nach einer Einarbeitungszeit wird Ihnen die Betreuung einzelner Kinder oder einer Kindergruppe anvertraut. Darüber hinaus freuen wir uns auf Ihr persönliches Engagement und Ihre Kreativität bei der Freizeitgestaltung mit den Kindern.

Arbeitszeit

Eine Besonderheit in Brachenreuthe ist der Versuch, mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam zu leben und den Alltag ihren Bedürfnissen entsprechend zu gestalten. Dies stellt hohe Anforderungen an die Betreuer. Jeder Mitarbeiter muss sich darüber im Klaren sein, dass innerhalb der Lebensgemeinschaft ein fließender Übergang zwischen Arbeitszeit, gemeinsamer Lebens- und Freizeitgestaltung und privater Freizeit unvermeidlich ist. Während des Vormittags und teilweise nach dem Mittagessen hat man die Gelegenheit, sich zurückzuziehen oder persönlich etwas zu unternehmen.
Praktikanten/innen haben zwei freie Tage in der Woche. Welche Tage dies sind, wird in der Hausgemeinschaft gemeinsam abgesprochen.

Einmal in der Woche findet ein obligatorischer Einführungskurs für alle Praktikanten statt. Schwerpunktthema ist die „Einführung in die heilpädagogische Tätigkeit”.

 

Hausabend

Einmal die Woche, in der Regel am Dienstagabend von ca. 20.00 - 21.30 Uhr, findet ein Hausabend statt, an dem man über die Kinder spricht und sich austauscht. Dieser bietet den Rahmen für die Ausrichtung der pädagogischen Arbeit im Alltag, Teambildung und Organisation.

Daneben gibt es regelmäßige Kinderbesprechungen und Konferenzen, an denen Lehrer, Therapeuten und Betreuer - auch Praktikanten - teilnehmen.

 

Ferienhäuser

Für manche Kinder, die nicht nach Hause gehen oder elternlos sind, werden Ferienfreizeiten in die Berge oder an die See organisiert, an denen Praktikanten auf Wunsch teilnehmen können.

 

Unsere Erwartungen

Praktikumsvoraussetzungen sind das vollendete 18. Lebensjahr, gute Deutschkenntnisse - sie sollten sich in der Alltagssprache zurecht finden und mindestens sechs Monate, besser ein Jahr Zeit für diese Erfahrung einplanen. Wenn Sie über eine gute Gesundheit verfügen, eine positive Einstellung zum Leben haben, motiviert, flexibel, kommunikations- und teamfähig sind, heißt Brachenreuthe sie herzlich willkommen. Für Ihre Mitarbeit bei uns benötigen Sie keine anthroposophischen Grundkenntnisse. Allerdings erwarten wir von Ihnen eine gewisse Lernbereitschaft und Offenheit für neue Sichtweisen.

Der Gebrauch von illegalen Drogen - auch sogenannten leichten Drogen in und außerhalb von Brachenreuthe, sowie der Missbrauch von Alkohol sind Gründe, die zu einer sofortigen Beendigung der Zusammenarbeit führen.

 

Organisatorisches

Lage

Brachenreuthe liegt in Süddeutschland. Von diesem kleinen Ortsteil 4 km nördlich von Überlingen an einem Südhang gelegen, genießen wir die großartige Aussicht auf den Bodensee und die österreichischen und Schweizer Berge.

Überlingen, die ehemalige Reichsstadt – schon 770 n.Chr. in einer St. Gallener Urkunde erwähnt – hat heute etwa 22.000 Einwohner und ist mit seiner Therme das einzige Kneippheilbad in Baden-Württemberg. Größere Städte in der Umgebung sind Konstanz, Singen und Schaffhausen, die mit der Bahn erreichbar sind. Die nächstgelegenen Flughäfen sind in Friedrichshafen, Stuttgart und Zürich, die in 1⁄2 bzw. in zwei Stunden mit der Bahn zu erreichen sind.

Wohnen

Wir stellen Ihnen Einzelzimmern innerhalb der Hausgemeinschaft, in der Sie leben und arbeiten oder in einer unserer anderen Häuser zur Verfügung.

Bettwäsche/Bekleidung

Bettwäsche und Handtücher werden gestellt.
In jeder Hausgemeinschaft gibt es eine Waschküche.
Achten Sie auf gutes Schuhwerk (ländliche Wege) und auf genügend warme Kleidung, da wir täglich mit den Kindern und Jugendlichen spazieren gehen.

Was tun bei Krankheit?

Es gibt eine Vielzahl von Ärzten, Fachärzten und Zahnärzten, sowie ein Krankenhaus in Überlingen.

Praktikumsbeginn

Praktikumsbeginn ist zu jeder Zeit während des Jahres möglich. Da das Schuljahr jeweils Anfang September anfängt, beginnen allerdings die meisten ihr Praktikum zu dieser Zeit.

Urlaub

Jahrespraktikanten haben sieben Wochen Urlaub, der möglichst während der Schulferien genommen werden sollte.

Praktikumsende

Nach Vereinbarung und Vertrag. Wenn Sie im September Ihr Praktikum beginnen, sind wir daran interessiert, im August möglichst noch Praktikanten da zu haben, die die Mitarbeiter bei den Ferienmaßnahmen unterstützen.

Vergütung/Versicherung

Während des Praktikums wird Ihnen ein monatliches Bruttogehalt in Höhe von € 800 gezahlt. Nach Abzug der Werte für Kost, Logis und Sozialversicherung beträgt die monatliche Auszahlung ca. 250 €.

Bewerbung

Ihre Bewerbung erwarten wir mit folgenden schriftlichen Unterlagen:

  • Anschreiben, aus dem hervorgeht warum Sie ein heilpädagogisches Praktikum machen wollen (handgeschrieben bei Postversendung)
  • Lebenslauf mit Passfoto
  • Abgangszeugnis der Schule
  • Ausbildungszertifikate, wenn vorhanden
  • Arbeitgeberzeugnisse, wenn vorhanden

Bewerbungsprocedere

Bitte schicken Sie Ihre Bewerbung per Post an die

Camphill Schulgemeinschaften am Bodensee
Brachenreuthe
88662 Überlingen

Oder per E-Mail an: personalbuero@camphill-schulgemeinschaften.de

Nach Bestätigung des Eingangs der Bewerbungsunterlagen und der Prüfung Ihrer Bewerbung werden Sie in der Regel zu einem Vorstellungsgespräch oder verbunden damit zu einer dreitägigen Hospitation – bei freier Kost und Logis – nach Brachenreuthe eingeladen. Während dieser Zeit können Sie sich eine konkrete Vorstellung davon machen, was während eines Praktikums auf sie zukommen wird. Sie haben die Möglichkeit mit anderen Praktikanten zu sprechen, die Kinder wahrzunehmen und für sich zu entscheiden, ob Sie nach Brachenreuthe kommen wollen.

Wenn auch wir den Eindruck haben, dass Sie für ein Praktikum in Brachenreuthe geeignet sind, bitten wir Sie um die Erbringung eines ‚Erweiterten Führungszeugnisses’. Diese Prüfung der persönlichen Eignung nach §72a des achten Buches Sozialgesetzbuch — Kinder- und Jugendhilfe ist seit Neuestem Pflicht, da Sie in der Betreuung Minderjähriger tätig sein werden.

Nach Erhalt des erweiterten Führungszeugnisses stellen wir den Praktikumsvertrag aus, der von beiden Seiten unterschrieben und damit rechtswirksam wird.

 

Erfahrungsberichte ehemaliger Praktikanten

[...] Nach einiger Zeit gewöhnte ich mich an die neue Umgebung, und die größte freudige Überraschung für mich war, daß ich die Kinder nicht mehr als ‚behindert’ empfand, so selbstverständlich und natürlich wurde dort mit ihnen umgegangen. Einige Klassenkameraden von mir, die ihr Praktikum in staatlichen Behinderteneinrichtungen machten, berichteten, daß die Kinder dort ihr ‚Anderssein’ sehr stark erlebten und teilweise sehr darunter litten. Diese Erfahrung machte ich in Brachenreuthe nicht. Ich empfand die Kinder als sehr große Individualitäten, auf die man sich immer aufs Neue einstellen muss, von denen man aber eben sooft lernen kann, denn diese Kinder haben Gaben und Fähigkeiten, in denen sie uns weit überlegen sind.[...]

Annika Schmidt, Waldorfschule Braunschweig

[...] Mein nachhaltigster und intensivster Eindruck des gesamten Praktikums ist die Verschiedenheit der Kinder. Nirgends habe ich so eigene Charaktere angetroffen, wie hier. Das Besondere dieser behinderten Kinder war einfach, dass sie ganz sich selbst waren. Mir wurde klar, dass sie sich nicht in irgendeine Norm hineinpressen lassen, sich nicht irgendwelchen vorgegebenen Systemen beugen — vielleicht weil sie es gar nicht können — wie auch immer haben sie mich durch ihre Individualität nicht nur beeindruckt, sondern auch aufmerksam gemacht auf den Massenkonformismus und auf die Gefahr, dass sich das Individuum jedes einzelnen in einer einzigen Gussform verliert.

Mara Pfennigsdorf, Waldorfschule Schopfheim

[...] Mir bleibt die Erinnerung eines Dorfes auf einem Hügel am Wald. Im Dorf Lächeln, Geschrei, Wörter und auch Tränen: die Laute des Lebens, eines Lebens mit einer besonderen Stimmung. Diesjenige ist ein Rhythmus, der sich in Respekt und Solidarität, gemütlich und reguliert vorspielt. Solidarität des Menschen um die Nötigen besser verstehen, ehren und helfen können. Das hat mich am tiefsten beeindruckt. Das Annehmen der Behinderten als Menschenwesen.
Jedesmal als ich einem Behinderten begegnete, war ich wie geniert. Meine Augen blickten zur Seite und ich tat, als ob ich nichts gesehen hatte. Ich dachte nämlich, dass sie sich schämten.
Durch meine Erfahrung im Camphill hat sich meine Einstellung über Behinderte vollkommen geändert. Und das, ohne dass ich es bemerkte, wie eine ganz natürliche Veränderung. Am Morgen des ersten Tages kam ich mit einem Ekelgefühl an, am Abend ging ich mit der Lust zu bleiben. Als ich das bemerkte, habe ich über mich selbst gelacht. Ich habe über meine Unwissenheit gelacht. Und dieses Lachen, das war schon das Erste, das ich gelernt hatte.
Ohne dieses Praktikum würde meine Einstellung über Behinderte sicher ein Ekel der Unwissenheit sein. Es hat mir geholfen, eine Tür zu einer erstaunlichen Empfindlichkeitswelt zu öffnen. Eine Tür zum Menschen.
Seitdem habe ich keinen Kontakt zu Behinderten gehabt. Aber dieses Praktikum war sicher ein Samen in mir, der mir geholfen hat, neue Beziehungen mit Menschen zu haben. Und wenn ich auf meinem Weg Behinderten begegne, werde ich Ihnen mit Freude helfen, wie ich allen helfen möchte, weil wir Menschen sind, und weil jeder kleine oder große Probleme hat.

Kikou Roynard, Waldorfschule Paris

«Gewöhnliche Menschen …
… große Persönlichkeiten»

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